ID3 ist ein Algorithmus, der zur Entscheidungsfindung dient. Er wird bei Entscheidungsbaumen eingesetzt.
Der australische Forscher J. Ross Quinlan publizierte diesen Algorithmus erstmals im Jahre 1986. ID3 war in seinen ersten Jahren sehr einflüßreich. Er findet auch heute noch in einigen Produkten Verwendung. ID3 gilt als Vorgänger des C4.5-Algorithmus.
ID3 wird verwendet, wenn bei großer Datenmenge viele verschiedene Attribute von Bedeutung sind und deshalb ein Entscheidungsbaum ohne großen Berechnungen generiert werden soll. Somit entstehen meist einfache Entscheidungsbäume. Es kann aber nicht garantiert werden, dass bessere Bäume möglich waren.
Die Basisstruktur von ID3 ist iterativ. Zuerst wird ein Baum generiert, indem im Zufallsprinzip ein Teil des Trainingssets gewählt wird. Dieser Baum klassifiziert alle Objekte der Auswahl. Danach werden sämtliche Objekte des Trainingssets klassifiziert. Sofern der Baum eine korrekte Antwort für alle Objekte gibt, ist der Prozess abgeschlossen. Falls dies nicht der Fall ist, wird die Auswahl ergänzt durch einen Teil der nicht korrekt klassifizierten Objekte und der Prozess geht so weiter. Somit wird bereits nach einigen Iterativschritten ein Entscheidungsbaum generiert, der bis zu 30.000 Objekte und bis zu 50 Attribute korrekt klassifiziert.
Die ID3-Tags Version 1 (ID3v1) sind relativ simpel, da die Lange der einzelnen Felder genau definiert ist und der Datenblock einfach die letzten 128 Byte der Datei belegt. ID3v2-Tags dagegen sind wesentlich komplexer, da sich diese am Anfang der Datei befinden und zudem eine variable Lange aufweisen (sie können bis zu 256 MB groß sein, Texte in Unicode, Links, ja sogar Bilder enthalten).
| Liedername | 30 Symbole |
| Musiker | 30 Symbole |
| Album | 30 Symbole |
| Jahr | 4 Symbole |
| Kommentar | 30 Symbole |
| Genre | 1 Byte |
Die Eingabefelder für Titel, Musiker, Album, Kommentar, Jahr, Nummer und Stil werden benutzt um die entsprechenden Werte in den ID3v1.1 Tags der ausgewählten Dateien zu editieren. Dies ist nützlich, um nur bestimmte Werte zu verändern und die übrigen Werte nicht anzuruhren.
Von Dateiname: Die Tags werden anhand des Dateinamens gesetzt. Der Dateiname sollte in einem der unterstützten Formate sein:
Musiker - Album/Nummer Titel.mp3
Album/Nummer - Musiker - Titel.mp3
Musiker - Album - Nummer - Titel.mp3
Album/Musiker - Nummer - Titel.mp3
Album/Musiker - Titel.mp3
Im Gegensatz zu den ID3v1-Tags können die ID3v2-Tags in machen Fällen Probleme bereiten. Dies kann im Extremfall soweit gehen, dass das MP3-File zerstort wird.
Das Problem dabei ist, dass der ID3v2-Tag am Anfang des Files steht. Bei jeder Veränderung des v2-Tags ändert sich natürlich auch dessen Größe, was bedeutet, dass das MP3-File neu geschrieben werden musste, damit die neue Größe des v2-Tags auch wieder am Anfang Platz hat. Dies wäre die sauberste Methode, jedoch auch die aufwendigste.
Um dies zu umgehen, wird bei der Erzeugung des MP3-Files ein bestimmter Platzbereich für den ID3v2-Tag reserviert (Padding). Damit kann man die meisten Veränderungen des ID3v2-Tags ohne Probleme durchführen (z.B. Korrektur eines Rechtschreibfehlers, etc.). Problematisch wird es aber dann, wenn nachträglich große Veränderungen durchgeführt werden (z.B. Bilder einfügen), wofür der reservierte Platz nicht mehr ausreicht.
Wird der ID3v2-Tag nachträglich erweitert und der vorgesehen Platz reicht nicht aus, dann wird der Header überschrieben, evtl. sogar die MP3-Daten. Ist der Header defekt, so treten Fehler bei der Anzeige der Liedlänge, Bitrate, etc. auf. Sind die MP3-Daten auch noch angekratzt, so ist das File unwiederbringlich zerstort!
Dies kann nur verhindert werden, wenn die verwendete Software das File neu schreibt, sobald der ID3v2-Tag verändert wird. Die meisten Tagger machen das auch, jedoch gibt es gerade im MP3-Umfeld genug Pseudo-Software, so dass Ihr Euch drauf nicht immer verlassen solltet. Aber auch bekannte Programme machen dies nicht immer korrekt.
| order now! | |
| more... |